Die Bottroper Innenstadt hat in den letzten 100 Jahren beachtliche Sprünge gemacht. War das Quartier rund um die 1150 erbaute Cyriakus-Kirche noch Anfang des 20. Jahrhunderts ein kleiner Ortskern mit wenige tausend Einwohnern, so stieg die Einwohnerzahl durch die Zecheneröffnungen auf Bottroper Gebiet explosionsartig an.
Heute wohnen knapp 26.000 Menschen in den drei statistischen Bezirken Altstadt, Nord-Ost und Süd-West, die zusammen den Stadtteil Bottrop-Mitte ausmachen. Der Stadtteil reicht von der Schubertstraße im Norden (als Grenze zum Eigen) zum Südring im Süden (Grenze zur Lehmkuhle) und von Nordring und Ostring im Osten (als Grenze nach Batenbrock) zur Güterbahn im Westen (Grenze zu Fuhlenbrock) und umfasst insgesamt über fünfeinhalb Quadratkilometer Fläche.
Die Bottroper Innenstadt wirkt heute optisch ansprechend, kann jedoch in vielerlei Hinsicht nicht mit den Innenstädten der Nachbarstädte konkurrieren. Neben Nachbarn wie Oberhausen mit seinem „CentrO“ und Essen mit dem „Limbecker Platz“ mutet die Innenstadt einer der kleineren Großstädte Deutschlands unscheinbar an. So gibt es in Bottrop keine bekannte Einkaufsmeile, kein großes Theater, noch nicht einmal ein nennenswertes Kino.
Der Bottroper Stadtrat verfolgt andere Ziele. So soll die Bottroper Innenstadt nicht zu einer Einkaufs- oder Bürocity umstrukturiert werden, sondern durch viel Wohn- und Aufenthaltsqualität für eine hohe Zahl an Besucher und Bewohner führen.
Schon heute ist Bottrop im direkten Vergleich mit den Innenstädten der anderen Ruhrmetropolen in Punkto Aufenthaltsqualität weit voraus. Die Innenstadt präsentiert sich hierbei sehr kinder- und familienfreundlich, bietet eine gastronomische Vielfalt und seniorengerechte Angebote. Zudem sollen zahlreiche Umgestaltungs- und Neugestaltungsmaßnahmen, wie bspw. der Rückbau der Osterfelder Straße, die Attraktivität der Bottroper Innenstadt als Wohnstandort weiter steigern.
Die Infrastruktur ist erwartungsgemäß ausgezeichnet. Zahlreiche Schulen, Kindergärten, Ärzte und Geschäfte sind im Bottroper Zentrum vorhanden. Die Autobahnen A 42 und A 2 sind von hier aus in wenigen Minuten erreicht. Die zentrale Lage hat natürlich auch Nachteile. So sind die Parkplätze für Anwohner immer einen kleinen Fußweg weit entfernt und schnell überfüllt.
Ein Reihenhaus aus dem Bestand ist in der Innenstadt bereits ab etwa 110.000 Euro erhältlich und kann bis zu € 180.000,- kosten. Freistehende Einfamilienhäuser kosten im Bezirk Mitte durchschnittlich zwischen € 220.000,- und € 300.000,-. Eine stadtnahe Eigentumswohnung kostet zwischen € 1.100,- und € 1.600,- / qm. Die Kaltmieten liegen zwischen € 4,- und € 6,- pro Quadratmeter.
